De Watergroep steigt im Rahmen der Vlaams Partnerschap Water voor Ontwikkeling gemeinsam mit Protos und der Flämischen Regierung in ein Projekt zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in der kongolesischen Provinz Ituri ein.

30 Jahre Erfahrung im Kongo

Bereits seit mehr als 30 Jahren arbeitet die NGO Protos gemeinsam mit dem kongolesischen Partner CIDRI am Ausbau der Trinkwasser- und Sanitärversorgung in der Provinz Ituri im Ost-Kongo. Dabei wurden 13 Trinkwassersysteme angelegt, die eine halbe Millionen Menschen mit Wasser versorgen. Das entspricht noch immer nur 1 von 9 Menschen in Ituri. Die Verwaltung liegt in den Händen von Trinkwasserausschüssen, die aus Mitgliedern der Bevölkerung bestehen. Mit Unterstützung von CIDRI gelingt es ihnen, die Infrastruktur in Gang zu halten, wobei aber noch Raum für Verbesserungen besteht.

„Im Kongo sind theoretisch zahlreiche staatliche Einrichtungen am Wassermanagement beteiligt. 2014 wurde der „code de l’eau“ vom kongolesischen Parlament verabschiedet – er schafft einen gesetzlichen Rahmen für die Reformierung des Wassersektors. Vor 2014 war die Wasserwirtschaft ein staatliches Monopol. Das neue Gesetz lässt auch die Verwaltung durch die lokale Gemeinschaft zu. Eine Herausforderung für den Trinkwassersektor im Land, da die meisten Einrichtungen auf eine Dezentralisierung nicht vorbereitet sind und auch nicht über die nötigen Kompetenzen und Mittel verfügen. Mit diesem Projekt wollen wir sie in dieser Hinsicht unterstützen,“ berichtet Marc Despiegelaere von Protos.

 

Warten an Wasserzapfstellen

KongoDie Trinkwassersysteme, die vor rund 20 Jahren errichtet wurden, sind inzwischen aufgrund der Zunahme der Bevölkerung viel zu klein geworden. Die Folge: lange Warteschlangen vor den öffentlichen Wasserzapfstellen, die die Wasserausschüsse nur morgens und abends öffnen. Mit diesem Projekt wollen wir mehr Einwohnern Zugang zu Trinkwasser verschaffen, indem wir den Trinkwassersektor im Kongo auf effiziente, gerechte und nachhaltige Weise ausbauen. Kenntnisse und Fachwissen von De Watergroep kommen hier sehr gelegen. Neben finanziellen Mitteln bietet De Watergroep im Rahmen dieses Projekts folgende Unterstützung:

  • Vorschlag für die Schaffung der übergreifenden Unterstützungsstruktur prüfen und Anmerkungen formulieren.
  • CIDRI bei der Erweiterung der vorhandenen Systeme technische Unterstützung bieten.
  • Öffentliche Dienste bei der Umsetzung des Wassergesetzes unterstützen. In diesen Rahmen fällt eine Austauschmission mit einer kongolesischen Delegation zwecks Schulung über die Strukturen in Flandern und bei De Watergroep.
  • Prüfen des Sektorplans und Formulierung von Verbesserungsvorschlägen.

 

Das Projekt in Fakten und Zahlen

  • Laufzeit: 1. Dezember 2015 bis 31. März 2018
  • Beteiligte Parteien:
    • Lokaler ausführender Partner CIDRI (Centre d’Initition au Développement Rural en Ituri)
    • Protos
    • De Watergroep
    • Flämische Regierung 
    • Vlaams Partnerschap Water voor Ontwikkeling
  • Für wen?
    • 13 Trinkwasserausschüsse in Ituri
    • 58.000 neue Wassernutzer
    • 500.000 bestehende Wassernutzer (durch Verbesserung der Funktion des Wasseramtes)
  • Was?
    • Unterstützung der Trinkwasserausschüsse durch Schaffung einer übergreifenden Unterstützungsstruktur
    • Reparaturen an bestehenden Wasserversorgungsnetzen
    • Anlage eines Trinkwassersystems in Ngongo und von 3 Wasserleitungen in Mahagi
  • Projektkosten: 696.000 Euro